Freiheit vs. Gerechtigkeit

Freiheit gibt es nur mit Gerechtigkeit, ist eine These, die auf den ersten Blick plausibel klingt, aber beim zweiten Blick doch für Irritation sorgt. Die entscheidende Frage ist dabei: Was ist Gerechtigkeit? Sehr oft wird unzulässigerweise Gerechtigkeit mit Gleichheit verwechselt. Nach meiner Überzeugung ist Gerechtigkeit immer Chancengerechtigkeit. Der Staat muss sicherstellen, das alle seine Bürger die gleichen Chancen, z. B. auf Bildung haben. Dabei kann der Staat aber nur Rahmenbedingungen sicherstellen z. B. kostenloser Schulbesuch, ggf. Übernahme der Fahrtkosten oder der Lernmittel, Sicherung des Lebensunterhaltes (Bafög), Durchlässigkeit des Schulsystems usw.Der Staat kann aber keinen Menschen (Eltern) die Entscheidung abnehmen, welche Bildungslaufbahn sie einschlagen sollen. Je mehr der Saat aber suggeriert, wir kümmern uns um dich, nimmt er schleichend Verantwortung von dem Einzelnen weg, die bis hin zu absoluter Hilflosigkeit und gesellschaftl. Fehlentwicklungen führen kann. Deshalb kann Gerechtigkeit nur heißen: materielle, technische und organisatorische Rahmenbedingungen durch den Staat schaffen, ausreichend darüber informieren und die Menschen zu einer eigenverantwortlichen Entscheidung animieren, ausdrücklich mit der implizierten Möglichkeit, das dies auch eine Fehlentscheidung sein kann.

Dann wird aus (Chancen)-Gerechtigkeit wirkliche Freiheit!

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