„Sternstunden“ der Demokratie in Zella-Mehlis

Zella-Mehlis sorgt dieser Tage für Superlative, indem große Teile des Stadtrates den in 22 Jahren einmaligen Vorgang der Abberufung eines Ausschussvorsitzenden betrieben haben. Leider ist dieses herausragende Ereignis kein positives, welches das Image der Stadt fördert.

Was ist passiert? Vor einigen Wochen gab es im Rathaus einen intransparenten Vorgang, der das Ausscheiden der langjährigen Bauamtsleiterin, Fr. Luther zum Ergebnis hatte. Informationen über Gründe und Bedingungen dieser überraschenden Personalie gab es seitens der Verwaltung nicht. Herr Ermisch, als Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses enschloss sich daher, in der vorletzten Sitzung des Ausschusses Fr. Luther für ihre bisherige Arbeit in der Stadt Dank zu sagen. Für diese menschlich-verantwortliche Geste wollte Hr. Ermisch den, der formell unbedeutenden Rolle dieser Höflichkeit entsprechenden Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ nutzen. Wie wir aus der Freies-Wort-Berichterstattung wissen, hatte unser Bürgermeister Richard Rossel nicht die menschliche Größe diese Verabschiedung zu „ertragen“, sondern boykottierte sie durch bewusste Abwesenheit. Doch nicht genug dieser Unhöflichkeit betrieb Rossel oder sollter ich besser König Richard I. sagen, nach dieser Sitzung im Stadtrat/Ältestenrat auch noch die Absetzung des Ausschussvorsitzenden Ermisch mit fadenscheinigen Begründungen.

Es stellt sich die Frage, warum Rossel alle Informationen unter Verschluss hält, welche die Personalie Luther betreffen und Fragende wie Stadtrat Ermisch mundtot machen will. Ich möchte als Bürger Antworten haben, welche Gründe das Ausscheiden hatte und welche finanziellen Belastungen sich für die Stadt daraus ableiten. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass große Teile des Stadtrates dieses undemokratische Spiel des Bürgermeisters unterstützen oder mindestens geschehen lassen und sich damit selbst zu Totengräbern eines offenen, demokratischen Umgangs degradieren.

In gut einem Jahr werden diese Stadträte und Stadträtinnen sich von Ihren Wählern wohl eine hochnotpeinliche Befragungen und eventuell auch Liebesentzug gefallen lassen müssen. Also liebe Mitbürger/Untertanen, fragt immer vorher unseren allumfassenden Alleinherrscher um Genehmigung, bevor ihr etwas tut, sonst geht es euch wie Hr. Ermisch.

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