Energiewende- aber wohin? (Ein Gastbeitrag von Christoph O. P. Wieduwilt 20.11.2012)

Mich erreichen die folgenden Informationen (siehe Info-Schreiben Preiserhöhung Energieversorger) genauso, wie jeden anderen Bürger. Es handelt sich um eine Preisänderungsankündigung eines regionalen Energieanbieters. Darunter ist eine Erläuterung zu lesen, die der gleiche Energieanbieter im öffentlichen Anzeiger gedruckt hat, damit so einer, wie ich, einen besseren Durchblick bekommt. Es geht nicht um den Energieanbieter, sondern um Festlegungen und Inhalte deutscher Energiepolitik. Zugegebener Maßen bin ich nicht DER Energieexperte, doch will ich als Verbraucher verstehen, wohin uns die Energiewende führt.

Stichwort: Offshore-Haftungsumlage!

Was bewegt mich in diesem Zusammenhang?

Ich gehe davon aus, dass die Erbauer und Nutzer von Windkraftanlagen private Investoren/Unternehmen (Unternehmer) sind. Den Geschäftszweck sehe ich in der Gewinnung und dem Verkauf von Elektroenergie aus Wind. Über längerfristig garantierte Einspeisevergütung wird die Investition für das Windrad amortisiert und letztendlich ein Gewinn angestrebt. Hat der Betreiber das meteorologische Glück einer häufig vorhandenen, steifen Briese, dann wird er mit seinen Einnahmen die Refinanzierung decken und möglicherweise. bereits einen Überschuss erwirtschaften. Bei ständiger Windstille war ihm das Unternehmerglück nicht hold und er wird sein Windrad wohl aus der Urlaubskasse und anderen Reserven bezahlen müssen. Nun möchte ich aber einem Unternehmer in dieser Branche unterstellen, dass er sich im Vorfeld natürlich Sachkunde zum Standort eingeholt hat und möglichst an windigen Ecken sein Projekt verwirklicht.

Mit den mir hier vorliegenden Informationen kommt mir aber sofort eine viel bessere Geschäftsidee.

Dabei ist das Risiko, ob nun Wind weht oder nicht, gleich Null. Ich muß nur einen Standort finden, bei dem keine Netzanbindung erfolgen kann. Dann ist es mir egal, ob mein Windrad sich dreht oder nicht.

Noch besser, ich lasse die Flügel bis zur evtl. Netzanbindung einfach weg. Das reduziert die Investitionssumme ungemein und schont die Umwelt.

Dafür bekomme ich eine Entschädigung, da ich ja „wegen Verzögerung der Netzanbindung nicht aus der Offshore-Anlage Strom in das Übertragungsnetz einspeisen kann“. Und die Entschädigung bekomme ich von allen Bürgern dieses Landes bezahlt – wie schön.

Allein das Vorhandensein einer solchen Umlage bedeutet für mich, dass durch Bund, Land oder Landkreis bereits Flächen ausgewiesen (und bebaut?) sind, wo gar keine Netzanbindung vorbereitet und somit (noch) nicht möglich ist? Da kann ich nur Wolfgang Kubickis Worte zitieren: „Wie doof ist das denn?“

Sollten die Verantwortlichen aber so helle sein, solchen Blödsinn nicht zuzulassen, dann stellt sich natürlich für mich die Frage, was mit dem Geld passiert, was nicht für Entschädigungen verwendet werden braucht und trotzdem vom Bürger eingesammelt wird.

Vielmehr stimmt es mich traurig, dass alle Bürger, denen auf diese Weise Briefe ins Haus flattern (dass werden wohl die meisten sein), sicher genauso denken, wie ich.

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